Lieferservice für Lebensmittel und Konstanz – foodo ist wohl pleite

Wir hatten die Idee mit einem Lieferservice für Lebensmittel in Konstanz und betrieben den miradlo-Lieferservice von Juli 2013 und ließen ihn 2015 noch auslaufen. Das Interesse an sich war da, aber wirtschaftlich ließ es sich nicht betreiben.
foodo (kein Link, da die Seite wohl nicht mehr lange online sein wird) belieferte von September 2015 bis April 2016, und berichtete zunächst von wachsenden Umsätzen. Doch offenbar passte die Gewinnmarge nicht. Noch Mitte April gab es Meldungen mit Erweiterung in die Schweiz und in weitere deutsche Städte, doch noch im April berichteten blick.ch und der Südkurier, dass es vorbei ist, falls sich nicht noch ganz schnell ein Investor findet.

Wir beschlossen Ende 2014, dass wir langsam aber sicher unseren Lieferservice auslaufen lassen, Anfang 2015 begann foodo mit ersten Lebenszeichen, ab September lieferten sie dann. Wir betrieben unseren miradlo Lieferservice ohne große Investitionen, mit geringen Kosten für Miete und nur wenig Personal, wir wollten es vorsichtig angehen, um zu sehen, ob sich das mit Gewinn betreiben lässt.

Lieferservice für den alltäglichen Einkauf

miradlo-Lieferservice Konstanz, Produkte, von 2013 bis 2015Wir hatten Ideen, einen Onlineshop und trafen Annahmen, wie es wirtschaftlich möglich wäre. Unsere Ideen, dass es Kunden gäbe waren korrekt. Aber vieles andere passte nicht:

  • Kunden bestellen nicht gern über einen Onlineshop, sie wollen ihren Einkaufszettel schreiben und nicht Produkte suchen müssen
  • Kunden mögen das Sortiment nicht, sie hängen an gewohnten Produkten
    • fast alle Kunden wollen mehrere Artikel, die es nicht gibt
      • Joghurt soll von Alnatura sein
      • Fisch aus dem Aldi
      • Windeln vom DM
      • Kekse aus dem Edeka
      • Getränk in einer Größe, die nur der Rewe führt
    • wir hatten die Idee das zu ermöglichen und hofften, dass wir pro Einkauf für mehrere Kunden mit rund drei zusätzlichen Geschäften auskämen, aber das reichte im Schnitt eben nicht
  • es ist viel Werbung nötig, damit viele auf die Idee kommen, dass es einen Lieferservice gibt
    • Werbung durch den Shop selbst ist nahezu unmöglich, denn der Begriff Lieferservice ist in Suchmaschinen von den großen Anbietern belegt, die die diversen Pizzalieferdienste und ähnliches betreuen
    • Werbung kostet daher immer zusätzlich
  • viele Kunden bestellten, wenn sie gerade mal krank waren, im Alltag kauften sie doch lieber selbst ein
  • ältere Kunden nutzten nicht den Onlineshop, sondern gaben eher regelmäßige Bestellungen bei Lieferung auf
  • rentabel ist es nicht möglich, alle Produkte anzubieten, die sich Kunden wünschen, dafür gibt es zuviele verschiedene Produkte aus den verschiedensten Geschäften
  • nur mit einem eingeschränkten Sortiment gibt es zu wenige Kunden
    • denn „nur die Gemüsekiste“ gibt es von anderen Anbietern
    • „nur die schweren Getränke“ liefern diverse Getränkelieferanten
    • das Sortiment eines Lebensmittelmarkts liefern manche der Märkte selbst, je nach Einkaufshöhe sogar ohne Aufschlag für die Lieferung
  • unterm Strich blieb, es rechnet sich für uns nicht

miradlo-Lieferservice Konstanz, von 2013 bis 2015Wir nehmen an, dass es bei einem Riesen wie Amazon klappen könnte. Ein Unternehmen, welches sich leisten kann, mehrere Jahre intensiv in solch ein Projekt zu investieren, ohne dass es ein Plus gibt.
Für uns war es spannend zu sehen, wie foodo dasselbe begann, was wir gerade aufgegeben hatten. Selbst von außen betrachtet war ersichtlich, welch enorme Investitionen foodo in das Projekt steckte, wir waren uns sicher, dass es so schief gehen muss. Allerdings dachten wir schon, dass foodo länger durchhält, von September bis April ist schon ein sehr schnelles Ende.

Unsere Idee:

Wir liefern dir, was du willst, wann du willst.

Diese Idee war gut, aber sie ist für ein kleineres Unternehmen hier nicht rentabel umsetzbar.

Bedarf für einen Lieferservice

Seit foodo aufhört, bekommen wir vermehrt Anfragen, ob wir nicht noch einen Lieferservice hätten. An den obigen erklärten Punkten hat sich jedoch nichts geändert, daher werden wir weder Lieferservice, noch Einkaufsservice mit Abholung und auch kein Lädelesortiment mit den wichtigsten Basisprodukten mehr anbieten.

Am ehesten hätte eine Art Genossenschaft eine Chance, wenn sich tausend Personen zusammen täten, und einem Unternehmen zum Jahresanfang das Geld geben, was das Unternehmen hierfür für ein Jahr braucht, dann könnte das klappen.

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