Wie schaut mein Training auf dem Motorrad aus – Motocross-Adventskalender

Wie schaut mein Training auf dem Motorrad aus.
Fast jeden Mittwoch von April bis Oktober, fahre ich mit meinem Motorrad auf den umliegenden Strecken trainieren.
Da ich Clubmitglied beim MCC Möggers bin, steht mir zweimal die Woche eine top Trainingsstrecke zur Verfügung. Sie liegt bei Bregenz in Österreich. Sie ist durch die enorme Hanglage sehr anspruchsvoll.
Einige Sprünge, tiefe Kurven und harter, steiniger Boden lassen das Training
jedes Mal anstrengend sein.
Mich begleitet mindestens eine Person zum Training. Dies hat einmal den
Hintergrund, dass falls ein Unfall passiert, mich jemand nach Hause fahren kann.
Oder die Begleitung stoppt die Zeit, filmt während ich fahre oder kommt als
mentale Unterstützung mit.
In den meisten Fällen ist das mein Freund. Ihm habe ich so einiges zu verdanken, denn er kümmert sich in jeder Hinsicht um mich.
Beim Training schaut er am Streckenrand zu und gibt mir in den Pausen Tipps und zeigt mir wo meine Schwächen liegen. Fahrfehler fallen einem Außenstehenden eher auf, als dem Fahrer selbst. Ziel ist es, volles Potenzial bei jedem Training heraus zu holen, damit das Training auch effektiv ist. Nur so kann ich mich verbessern und schneller werden.

Training # 329 - Nina Heimbüchel- Motocross-Adventskalender - miradlo VersanddepotAn einem jedem Training muss man sich aufwärmen. Dies geschieht durch das lockere Fahren auf der Strecke. Manch einer macht sich vor dem Fahren warm, indem er auf der Stelle läuft, hüpft oder Dehnungsübungen macht.
Sollte es sehr kalt sein, mache ich das auch. Bei warmen Wetter reicht mir
persönlich schon das „Einfahren“ auf der Strecke.
Zwischen 3 und 5 Runden (ergibt ungefähr 10-15 Minuten) brauche ich um warm zu sein
UND die Strecke kennenzulernen.
Mittlerweile kenne ich die Strecke in Möggers sehr gut bzw. fast auswendig.
Dennoch ist sie von Training zu Training anders. Der Boden ändert sich jedesmal.
Das hat oft mit dem Wetter -vor allem bei Regen- zu tun.

Jeden Monat wird die Strecke präpariert und „neu“ gemacht. Mit einem
großen Bagger wird der Boden aufgerissen und neu planiert. Nach solch einer
Streckenpräparation macht das Fahren besonders viel Spaß. Kein Schlagloch, keine tiefen Rillen oder großen Steine sind auf der Strecke. Es lässt sich quasi wie ein neues Auto auf leisem Teer fahren.
Leider ist ein Training auf so einer frisch geschobenen Strecke nicht ganz so
effektiv wie auf einer „kaputten“. Das liegt daran, dass die Strecken auf den
Rennen nach und nach total kaputt und ausgefahren sind. Tiefe Spurrillen,
Schlaglöcher und Bodenwellen machen es einem nicht leicht, sein Rennniveau 20 Minuten am Stück durch zu halten. Es ist daher besser von vorne rein auf einer kaputten Strecke zu trainieren.
Mir persönlich macht es sogar mehr Spaß, auf ausgefahrenen Strecken zu
trainieren. Ich kann dadurch meine Kraft, Ausdauer und Koordination verbessern.
In Sekundenschnelle muss man sich für eine Spur auf der Strecke entscheiden.
Wählt man die falsche und macht einen Fehler, kann der Hintermann diese
Situation ausnutzen und einen überholen. Ein Auge zum „Spurenlesen“, muss auch geübt sein.

Zurück zu meinem Training.
Nach der Erwärmung folgt eine Pause von ungefähr 30 Minuten. In der Zeit trinke ich ausreichend und esse eventuell einen kleinen Snack. Beim Training eignet sich frisches Obst, ein kleines Sandwich oder ein Müsliriegel sehr gut. Es sind kleine und gut verdauliche Energielieferanten. Zum Trinken gibt es bei mir
ausschließlich Wasser ohne Kohlensäure. Eventuell greife ich an besonders warmen Tagen noch zu einem Isogetränk.
Extrem zuckrige, fettige oder kohlensäurehaltige Lebensmittel sind weniger
geeignet, da sie einem zu schwer im Magen liegen oder zur Ermüdung führen.
Konzentration ist das A und O beim Motocross. Man fährt immer nur zu 100%
Klarheit im Kopf. Es können einem zu viele gefährliche Fehler passieren, sodass
man stürzt und sich verletzt. Daher sind auch Alkohol, Drogen oder Genussmittel wie Zigaretten während des Trainings oder Rennen ein absolutes no-go!

Sobald die Pause vorbei ist, versuche ich einen „Turn“ / eine Einheit von
mindestens 20 Minuten am Stück zu fahren. In diesem Turn versuche ich möglichst schnell zu sein und keine Fehler zu machen.
Mein Freund zeigt mir am Streckenrand immer an, wie viel Zeit ich noch fahren
muss oder brüllt mir einen Tipp zu.
Nach Ablauf der Zeit, habe ich erneut 30 Minuten Pause.
Danach folgen noch mindestens zwei oder drei Turns inklusive Pausen dazwischen.
An manchen Trainingstagen, lerne ich auch sektionsweise. Das bedeutet, dass ich z.B. eine bestimmte Kurve immer wieder und wieder fahre, bis ich sie perfekt beherrsche. So etwas ist aber nur möglich, wenn man eine Strecke hat, wo man abkürzen kann. In Möggers ist dies eher schwierig. Daher trainiere ich meistens in Italien solche Streckenabschnitte.

Insgesamt sitze ich mindestens eine Stunde an einem Trainingstag auf dem
Motorrad . Es ist von Training zu Training verschieden. Abends habe ich meist
einen Bärenhunger, da ich locker 3000 kcal verbrannt habe.
Außerdem falle ich völlig k.o. ins Bett, was für mich aber nur die Bestätigung
eines guten Trainings ist.

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