Post schickt frankierten, korrekt adressierten Brief zurück

Einen Brief verschicken, der innerhalb von zwei Tagen ankommen soll, ist normalerweise ja keine große Herausforderung. Der Brief war an sich auch am nächsten Tag an seinem Bestimmungsort. Nur offenbar sah der Zusteller das anders.

Korrekt adressierter und frankierter Brief kommt zurück und braucht sehr lange für den Rückweg, miradlo VersanddepotObwohl korrekt adressiert und frankiert, bekam der Brief den Hinweis: ‚Empfänger unter angegebener Anschrift nicht zu ermitteln‘, auf dem Stempel war das zwar nicht lesbar, aber mittels Recherche ließ sich herausfinden, was an dieser Stelle stehen sollte.

Der Brief hätte möglichst umgehend beim Empfänger sein sollen, stattdessen brauchte er für den Rückweg dann tatsächlich fast eine Woche. Ich hatte die Hoffnung ich könnte den mit einem weiteren Hinweis einfach erneut aufgeben und wollte möglichst umgehend eine Antwort. Erfahrungsgemäß antworten große Firmen wie die Post am ehesten umgehend in sozialen Medien. Für Pakete gibt es ein twitter-Konto, für Briefe schien die Facebookseite am aktivsten zu sein.

Ich war sauer, wegen des Briefs, schaute mich jedoch trotzdem kurz um, wie andere Fragen stellen und welche Antworten es auf der Seite von Deutsche Post auf facebook gab. Obwohl ich sauer war, war ich irritiert in welch üblem Stil manche fragten und sich dann wunderten, wenn sie keine Antwort bekamen. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund nicht wenigstens höflich zu bleiben. Ich fragte also die Post auf Facebook:

Hallo, könnt ihr mir das erklären und weiterhelfen?
1. Warum kommt der Brief zurück?
2. Warum braucht er für den Rückweg von Samstag bis Freitag?
3. Kann ich den so dem Briefträger wieder mitgeben und auf Zustellung hoffen?
Danke vorab.

Das Sorry, der Post war nett zum zurückgeschickten Brief mit langer Rücklaufzeit, miradlo VersanddepotDie Antwort kam recht prompt, wenn auch inhaltlich nicht wie erhofft:
Hallo, es tut mir sehr leid, dass der Brief wieder an Sie zurückgeschickt wurde. Wie es dazu kommen konnte, kann ich Ihnen an dieser Stelle nicht sagen, gehe aber davon aus, dass der Brief in die manuelle Sortierung ging, da die Frankierzone nicht beachtet wurde (oben rechts). Damit ich die zuständigen Kollegen vor Ort hierüber informieren und eine Lösung für das Porto gefunden werden kann, bitte ich Sie, eine E-Mail an facebook@deutschepost.de mit dem Rücksendedatum, Ihrem Facebook-Namen und dem Zeitpunkt Ihres Beitrags. Damit der Brief wieder verschickt werden kann, muss er leider erneut frankiert werden. Viele Grüße

Ich antwortete nochmal:
Danke für die Antwort.
Aber:
Ihr erhöht _viermal_ in vier Jahren das Porto immer mit irgendwelchen Ergänzungsmarken, die vom Automat für 2 Cent sind deutlich größer und waren für kleine Briefe nicht nutzbar.
Dann geht es um die korrekte Frankierzone, d.h. die Ergänzungsmarken sind nur nutzbar, falls es die kleine Sorte aus der Filiale ist und nur für genau eine andere Briefmarke, sonst passt es nicht.
Am 18. findet jemand es ist die falsche Adresse laut dem was wohl auf dem Stempel stünde, wenn er lesbar gewesen wäre.
Dann dauert es fast eine Woche bis der Brief wieder hier ist.
Und am Ende muss ich ihn neu frankieren, also öffnen, neuer Umschlag, neu beschriften und nochmal zahlen. Wenn ich Glück habe findet der Zusteller dann dieses Mal den Empfänger, wenn ich Pech habe, bekomme ich den Brief Ende nächster Woche mit einem erneuten ‚Sorry, bitte neu frankieren‘ zurück?
Mal ehrlich, mit Service hat das nichts mehr zu tun.
Aber E-Mail geht raus.

Frankierzone

Bis zu einem gewissen Grad, verstehe ich eine Frankierzone um automatische Sortierung zu ermöglichen. Aber in den letzten Jahren gab es keine Chance die passenden Briefmarken zu haben, wenn man nicht ständig größere Mengen Briefmarken braucht:

  • 55 Cent 2012, die 55 Cent waren 15 Jahre stabil
  • 58 Cent 2013, 3 Cent-Marke Ergänzungsmarke nötig
  • 60 Cent 2014, 2 Cent-Marke Ergänzungsmarke nötig
  • 62 Cent 2015, 2 Cent-Marke Ergänzungsmarke nötig
  • 70 Cent 2016, 8 Cent-Marke Ergänzungsmarke nötig

Entschuldigungsbrief der Post

Der zweite Versuch den Brief zu verschicken klappte wie erhofft und kam an. Ich schrieb auch, wie auf Facebook vorgeschlagen, noch eine E-Mail mit der Geschichte und den Hinweisen auf Facebook.
Nach einigen Tagen kam ein Entschuldigungsschreiben und es war ein kleines Briefchen 70-Cent-Marken dabei.

Unterm Strich war es zwar ärgerlich, aber zumindest war die Reaktion am Ende recht erfreulich. Höfliches Nachhaken lohnt sich immer mal wieder.

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